Automobil- und Technikgeschichte

Otto Heinrich Graf Hagenburg

Otto Heinrich Graf Hagenburg wurde am 13.10.1901 als Sohn des Prinzen zu Schaumburg Lippe und dessen Ehefrau GrÀfin Anna von Hagenburg in Longeville bei Metz geboren.

1908 zog er nach Darmstadt, wo er auch die Schule bis zum Gymnasium besuchte.

Ab 12. 04.1922 fungierte er neben Emil Zimmer als Vorstand der Fahrzeug Fabrik AG (FAFAG) Darmstadt. Er entwickelte auch die Technik der FAFAG-Wagen weiter und beteiligte sich an Automobilrennen. So nahm er mit einem FAFAG am 30. 09 1923 beim Kleinwagenrennen auf der AVUS teil. Er fuhr der Konkurrenz auf und davon, fiel allerdings nach fĂŒnf Runden auf Grund eines technischen Defektes aus. Trotz entgangenem Sieg machten ihn solche HusarenstĂŒcke bekannt.

Nach Ende der FAFAG im September 1924 grĂŒndete er eine Fahrschule. Ab 1927 fĂŒhrte er das Kraftfahrzeugmotorenwagen-VerkaufsbĂŒro der Daimler-Benz AG in der Elisabethenstraße.

Im Jahr 1929 weckte die Fliegerei sein Interesse und er erwarb seinen Flugschein. Als Mitglied der „Hessenflieger“ ließ er sich zum Fluglehrer ausbilden. In dieser Funktion arbeitete er in Darmstadt, Weimar und Dresden.

1936 gewann Graf Hagenburg den anlĂ€sslich der Olympiade in Berlin ausgeschriebenen „Internationalen Kunstflugwettbewerb“ und gehörte in dieser Flugdisziplin bis zum 2.Weltkrieg zur Weltspitze.

Ab 1938 arbeitete er als Testflieger bei der Erprobungsstelle Rechlin und ab 1939 bei den Arado-Flugzeugwerken in Brandenburg.

Seit 1942 leitete er einen Zulieferbetrieb der Flugzeugindustrie in Sonthofen. Als WirtschaftsfĂŒhrer der NS-Regimes wurde er bis 1947 in Augsburg/Göggingen interniert.

1948 grĂŒndete Otto Heinrich Graf Hagenburg in Geretsried bei Wolfratshausen die „Hagenburg Fiberglas“ und begann 1950 mit der Herstellung von Produkten aus glasfaserverstĂ€rktem Kunststoff (GFK). Die Palette reichte von Angelruten bis zu Motorbooten. Die Motorboote wurden in den 60iger Jahren auch durch den Quelle-Versand vertrieben.

1971 verkaufte er sein Unternehmen. Zur Ruhe setzte er sich aber noch lange nicht. Er konstruierte weiter technische Produkte. Otto Heinrich Graf Hagenburg verstarb am 21.12.1993 in AltenmĂŒnster.


Siehe dazu:

Schollenberger, Werner, Die Fahrzeug Fabrik AG Darmstadt, In: 75 Jahre Röhr Auto AG, 2002, Seite14 - 15.



Werner Schollenberger - Beiträge zur Automobilgeschichte
Graf Hagenburg, FAFAG Avus Rennen 1923

Werner Schollenberger - Beiträge zur Automobilgeschichte
Otto Heinrich Graf Hagenburg vor seiner Bücker Jungmeister